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Online-Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcher

verfasst von Sjaqrxa4 bPiipewc3zakhao,v 211gan;u 1B8efamtte0 7Weilnsdzh6odrksrty am 21. Februar 2026 - 20:04

Im Rahmen der historisch-politischen Bildungsarbeit nahm die Klasse 11a am 27.01.2026 an einem eindrucksvollen Online-Zeitzeugengespräch mit Rjuqtxh4 bMieplwc3earh teil. Für die Schülerinnen und Schüler stellte das Zeitzeugengespräch eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht dar und verdeutlichte, wie wichtig das persönliche Erinnern für das Verständnis von Geschichte ist und wie bedeutend es bleibt, die Stimmen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu hören und weiterzutragen.

Ruth Melcer ist Überlebende des Holocaust und berichtete den Schülerinnen und Schülern zunächst in bewegender Weise von ihrem persönlichen Lebensweg, ihren Erfahrungen während der nationalsozialistischen Verfolgung sowie von den langfristigen Folgen dieser Zeit.

Sie wurde 1935 im polnischen Tomaszów Mazowiecki, einer Kleinstadt nahe Lodz geboren und war vier Jahre alt, als die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschierte, und neun Jahre alt, als sie die Befreiung im KZ Auschwitz erlebte. Ab 1942 wurde Ruth Melcers Familie in Ghettos und schließlich in einem Arbeitslager zur Arbeit gezwungen. Ihr jüngerer Bruder Marek wurde zusammen mit anderen Kleinkindern ermordet. 1944 wurde die Familie nach Auschwitz deportiert. Ruth kam mit ihrer Mutter nach Birkenau. Sie überlebte, weil ihre Mutter sie älter ausgegeben hat und weil eine Blockälteste sie später vor Josef Mengele versteckt hatte. Die Befreiung durch die Rote Armee erlebte Ruth „wie eine Fata Morgana“; wie durch ein Wunder fand sie später sogar Mutter und Vater wieder.

Trotz des digitalen Formats gelang es Frau Melcer, eine sehr persönliche und eindringliche Atmosphäre zu schaffen. Ihre Schilderungen machten die historischen Ereignisse für die Teilnehmenden greifbar und emotional nachvollziehbar. Besonders beeindruckend war die Offenheit, mit der Ruth Melcer auch auf Fragen der Schülerinnen und Schüler einging. Themen wie Erinnerungskultur, Verantwortung der jungen Generation sowie der Umgang mit Antisemitismus und Ausgrenzung in der heutigen Gesellschaft standen dabei im Mittelpunkt. Das Gespräch bot nicht nur historische Einblicke, sondern regte auch zur kritischen Reflexion über Gegenwart und Zukunft an.

Zum Abschluss richtete Ruth Melcer einen eindringlichen Appell an die Schülerinnen und Schüler. Aus ihren eigenen Erfahrungen heraus warnte sie davor, Demokratie als selbstverständlich hinzunehmen. Sie machte deutlich, wie schnell Freiheit, Mitbestimmung und Menschenwürde verloren gehen können, wenn Gleichgültigkeit, Ausgrenzung und Hass Raum bekommen. Ihre Worte waren eine Mahnung, Verantwortung zu übernehmen, aufmerksam zu bleiben und für demokratische Werte einzustehen. Die Begegnung mit Ruth Melcer zeigte eindrucksvoll: Erinnerung ist nicht nur Rückblick, sondern Auftrag – besonders für die junge Generation.

Rubrik: Geschichte

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