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PGN auf hoher See: Laetitias Abenteuer „Klassenzimmer unter Segeln“

verfasst von Ljaqext4ibtiipaw 3Jaahcoovb2asgcnhu;1 8Afnmjta0 7Keälsstzl6ed am 22. Oktober 2026 - 16:17

Im Januar 2026 habe ich mich für das Projekt „Klassenzimmer unter Segeln“ (kurz: KuS) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beworben. Am 11.10. werde ich nun tatsächlich an Bord gehen und an einem Schul- und Forschungsprojekt auf einem Segelschiff teilnehmen, gemeinsam mit anderen Schülern und einem pädagogischen Team.

Was ist „Klassenzimmer unter Segeln“?

„Klassenzimmer unter Segeln“ ist ein segelpädagogisches Langzeitprojekt, bei dem eine Schulklasse für ein halbes Jahr ihr Klassenzimmer gegen ein traditionelles Segelschiff eintauscht. Das Projekt wird von der FAU Erlangen-Nürnberg wissenschaftlich begleitet. Statt nur im Schulgebäude zu lernen, verlegen wir unseren Unterricht auf See und in verschiedene Länder. Das Besondere daran:

  • Unterricht an Bord Wir werden weiter in unseren Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Spanisch, Geschichte, Geographie und Naturwissenschaften unterrichtet. Vieles davon ist direkt mit unserer Reise sowie Aktivitäten verknüpft:
    • Wetterkunde und Navigation auf dem Atlantik
    • Geographie und Geschichte der angefahrenen Länder
    • Englisch und Spanisch im Kontakt mit Menschen vor Ort
  • Lernen im Ausland Während der Reise besuchen wir verschiedene Länder und Regionen (z.B. Panama, Costa Rica, Mexiko). Dort arbeiten wir an Projekten, lernen andere Kulturen kennen und setzen uns mit Themen wie Kolonialgeschichte, Globalisierung, Meeresschutz und nachhaltigem Leben auseinander.
  • Leben in einer kleinen Gemeinschaft Auf dem Schiff leben wir mehrere Monate sehr eng zusammen. Das bedeutet: sich arrangieren, Verantwortung übernehmen, Rücksicht nehmen, Konflikte lösen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Es soll dabei unsere Selbstständigkeit und Sozialkompetenz stärken.

Wissenschaftlicher Hintergrund

KuS wird von der FAU auch als pädagogisches Forschungsprojekt begleitet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interessieren sich unter anderem für folgende Fragen:

  • Wie verändert sich das Lernen, wenn Schule nicht im Klassenzimmer, sondern unter völlig anderen Bedingungen stattfindet?
  • Wie wirkt sich das Leben in einer kleinen, abgeschlossenen Gemeinschaft zusammen mit den Lehrkräften auf uns aus?
  • Welche Auswirkungen hat eine solche Langzeitsegelreise ohne Familie auf unsere Persönlichkeitsentwicklung, Motivation und Verantwortung?
  • Wie können die Erfahrungen aus dem Projekt für die Schule an Land nutzbar gemacht werden?

Dazu werden regelmäßig Beobachtungen und Befragungen durchgeführt, Lernerfahrungen dokumentiert und unsere Entwicklung über die Zeit untersucht. Wir selbst sind also gleichzeitig Schülerinnen und Schüler und Teil eines pädagogischen Forschungsprojekts.

Das Bewerbungsverfahren

Der Weg ins „Klassenzimmer unter Segeln“ war ein längerer Prozess, der schon Monate vor dem Start begonnen hat:

  1. Schriftliche Bewerbung Im Januar habe ich eine ausführliche Bewerbung eingereicht. Dazu gehörten:

    • Motivationsschreiben: Warum möchte ich teilnehmen? Was traue ich mir zu? Was kann ich zu dem Projekt beitragen und warum sollte genau ich dabei sein?
    • schulische Unterlagen wie Zeugnisse
    • Einschätzung einer Lehrkraft in Form eines Empfehlungsschreibens

    Wichtig ist nicht nur, gute Noten zu haben, sondern zu zeigen, dass man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich auf eine intensive Zeit einzulassen. Bei meiner Bewerbung wurde ich von meiner ehemaligen Klassenleitung Frau Kjoqlxr4ebpi sowie meinen Freunden und meiner Familie unterstützt.

  2. Auswahlverfahren Die Projektleitung sichtet alle Bewerbungen und lädt ausgewählte Schülerinnen und Schüler zu weiteren Gesprächen und Kennenlernterminen in Form eines einwöchigen Probetörns ein.

  3. Probetörn in den Pfingstferien Ein zentraler Teil des Auswahlverfahrens ist der Probetörn, den ich über die Pfingstferien mitgemacht habe. Dabei geht es um Fragen wie:

    • Wie belastbar bin ich?
    • Wie gehe ich mit neuen und ungewohnten Situationen um?
    • Kann ich mich in eine Gruppe einfügen und gleichzeitig eigene Ideen einbringen?

    Für das Team war der Probetörn wichtig, um zu sehen, wie wir im Team zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen.

  4. Zusage und Vorbereitungen Im Juni kam dann die erlösende Nachricht: Ich bin dabei. Seitdem dreht sich alles um die organisatorische, gesundheitliche und gezielte sportliche Vorbereitung.

Medizinische Vorbereitung und Organisation

Eine mehrmonatige Segelreise ist körperlich und psychisch anspruchsvoll. Damit alle sicher mitfahren können, gehört eine gründliche Vorbereitung dazu:

  • Ärztliche Untersuchungen Ich musste mehrere Gesundheitschecks machen, um zu bestätigen, dass ich körperlich fit bin. Dazu gehört unter anderem ein Besuch beim Hausarzt und weitere Facharzttermine.
  • Impfungen und Gesundheitsschutz Für bestimmte Regionen werden Impfungen empfohlen oder verlangt. Diese musste ich rechtzeitig auffrischen oder neu bekommen.
  • Packliste und Material Vom Projekt habe ich eine sehr genaue Packliste bekommen. Darauf stehen zum Beispiel:
    • wetterfeste Kleidung für Sturm und Regen
    • warme Sachen für kalte Nächte an Deck
    • Schlafsack für Übernachtungen im Dschungel
    • Wasserfilter zur Trinkwasseraufbereitung

Dabei ist die große Herausforderung möglichst gut vorbereitet zu sein, aber nur das Nötigste mitnehmen, denn der Platz auf einem Schiff ist begrenzt.

Die Reiseroute

Die genaue Route wird vom Projektteam festgelegt. Sie führt über den Atlantik und umfasst mehrere Etappen. Im Groben lässt sich die Reise so beschreiben:

  • Start in Kiel Zu Beginn beziehen wir das Schiff und werden in die Sicherheit an Bord, die Technik und die Abläufe im Alltag eingeführt.
  • Segeln entlang der europäischen Westküste Die ersten Etappen dienen dazu, uns an das Leben auf See zu gewöhnen. Wir üben:
    • Segelmanöver
    • Wachen gehen
    • Navigation und Wetterkunde
  • Atlantiküberquerung Ein Höhepunkt der Reise ist die Überfahrt über den Atlantik. Während dieser Zeit sind wir wochenlang fernab von Land unterwegs, übernehmen Verantwortung in der Schiffsführung und erleben den Alltag in Form eines Wechsels aus Schule und Wachdienst besonders intensiv.
  • Aufenthalte in anderen Ländern Während der gesamten Reise werden wir verschiedene Länder und Regionen anlaufen, z.B. die Kanarischen Inseln, Karibik und Mittelamerika. Dort stehen Besuche bei Projekten, Bildungsinstitutionen und Naturschutzgebieten auf dem Programm. Wir beschäftigen uns mit Themen wie:
    • Kultur und Geschichte der Region
    • Umwelt- und Klimaschutz
    • globale Zusammenhänge von Wirtschaft und Gesellschaft
  • Rückreise und Ankunft Am Ende kehren wir nach Kiel zurück. Nach der Ankunft folgt eine Phase der Nachbereitung. Wir reflektieren unsere Erfahrungen, bereiten Präsentationen vor und binden unsere Ergebnisse wieder in den Schulalltag ein.

Bedeutung für mich und für unsere Schule

Für mich persönlich ist „Klassenzimmer unter Segeln“ eine enorme Chance:

  • Ich kann Schulstoff in einem völlig neuen Kontext erleben und anwenden.
  • Ich lerne, Verantwortung für mich und andere zu übernehmen.
  • Ich wachse an Herausforderungen, die es in einem normalen Schuljahr so nicht gibt.
  • Ich bekomme Einblicke in wissenschaftliche und pädagogische Arbeit und erlebe andere Länder und Kulturen hautnah.
Rubrik: Exkursion

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